AHA, BHA und PHA: Ratgeber zu Peeling-Säuren in der Hautpflege
Glykolsäure, Milchsäure, Salicylsäure, Gluconolacton – was die Säuren auf Ihrem Etikett sind, wie sie sich unterscheiden und warum dieselbe Säure in einem Produkt peelt und im anderen nur den pH-Wert einstellt.
Aktualisiert: 31. Oktober 2026 · Geprüft von: Kamil Pyziak
Was chemisches Peeling bedeutet
Peeling-Säuren lockern die Verbindungen, die abgestorbene Zellen in der obersten Hautschicht zusammenhalten, sodass sie sich gleichmäßiger lösen. Anders als Peelings mit Körnchen wirken sie ohne Reiben. Wie stark, hängt vor allem von der Art der Säure, ihrer Konzentration und dem pH-Wert des Produkts ab.
Die beiden letzten Faktoren stehen nicht in der INCI-Liste. Deshalb verrät das Etikett, welche Säure enthalten ist – aber nicht, wie stark das Produkt ist.
AHA: Glykolsäure, Milchsäure, Mandelsäure
Alpha-Hydroxysäuren (AHA) sind wasserlöslich. Am häufigsten sind Glycolic Acid (das kleinste Molekül), Lactic Acid und Mandelic Acid (ein größeres Molekül, das oft als sanfter beschrieben wird). Auch Zitronen-, Äpfel- und Weinsäure gehören zu dieser Familie.
AHA wirken an der Hautoberfläche. Man findet sie in Tonern, Seren, Peelings und Körperlotionen. Produkte mit AHA können die Sonnenempfindlichkeit der Haut erhöhen; Hersteller empfehlen daher meist täglichen Sonnenschutz.
BHA: Salicylsäure
Die Beta-Hydroxysäure in Kosmetika ist Salicylic Acid. Sie ist fettlöslicher als AHA und deshalb beliebt in Produkten für fettige und unreine Haut sowie in Anti-Schuppen-Shampoos.
In der EU ist Salicylsäure an zwei Stellen geregelt: als Konservierungsstoff (Anhang V) und für andere Verwendungen (Anhang III), mit Höchstkonzentrationen je nach Produktart und Einschränkungen für Produkte für Kinder unter drei Jahren. Verwandte Salze und Ester wie Sodium Salicylate können ebenfalls auf Etiketten stehen.
PHA: Gluconolacton und Lactobionsäure
Polyhydroxysäuren (PHA) wie Gluconolactone und Lactobionic Acid haben größere Moleküle mit mehreren wasserbindenden Gruppen. Sie werden oft für empfindliche Haut beworben, weil sie langsamer an der Oberfläche wirken; zugleich binden sie Feuchtigkeit.
„Sanfter“ ist relativ: Die Verträglichkeit ist individuell, und auch eine starke Formel mit PHA kann reizen.
Dieselbe Säure, andere Rolle
Zitronensäure am Ende der Liste dient fast immer der pH-Einstellung, nicht dem Peeling. Milchsäure kann mit Sodium Lactate als Puffer kombiniert sein. Salicylsäure in kleiner Menge kann als Konservierungsstoff wirken.
Eine gute Faustregel: Eine Säure, die peelen soll, wird meist auf der Vorderseite genannt, steht weiter oben in der Liste und kommt oft mit dem Hinweis, das Produkt nur einige Male pro Woche zu verwenden.
Säuren sinnvoll anwenden
Führen Sie jeweils nur ein Säureprodukt neu ein, halten Sie sich an die Herstellerangaben und verwenden Sie tagsüber Sonnenschutz. Mehrere starke Peelings zu kombinieren oder sie mit anderen potenziell reizenden Produkten zu verwenden, erhöht das Risiko von Irritationen.
Wenn Sie eine Hauterkrankung haben, verschreibungspflichtige Präparate anwenden oder schwanger sind, fragen Sie vor einem neuen Peeling-Produkt Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke.
Was das Etikett nicht verrät
Die INCI-Liste zeigt weder den Säureanteil in Prozent noch den pH-Wert des Produkts – beides beeinflusst die Wirkung stark. Zwei Seren mit Glykolsäure können sich in ihrer Stärke deutlich unterscheiden. Im Zweifel helfen Herstellerangaben und ein vorsichtiger Einstieg.

