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Babypflege und Kinderkosmetik: Worauf man in der INCI-Liste achtet

Produkte für Babys und Kinder unterliegen in der EU demselben Recht wie andere Kosmetika, mit einigen zusätzlichen Regeln. Wie man die INCI-Liste von Babywaschgel, Wundschutzcreme oder Kindersonnencreme liest, welche Warnhinweise das Alter betreffen und was „für Babys“ wirklich bedeutet.

Aktualisiert: 31. Oktober 2026 · Geprüft von: Kamil Pyziak

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Gleiches Recht, mehr Aufmerksamkeit

In der EU gilt für Kosmetik für Babys und Kinder dieselbe Kosmetikverordnung wie für Produkte für Erwachsene. Jedes Produkt braucht eine Sicherheitsbewertung, und bei Produkten für Kinder unter drei Jahren muss diese Bewertung deren besondere Situation berücksichtigen. Für einige Inhaltsstoffe gelten zudem Beschränkungen oder Warnhinweise, die sich ausdrücklich auf kleine Kinder beziehen.

Begriffe wie „für Babys“, „sanft“, „dermatologisch getestet“ oder „hypoallergen“ auf der Vorderseite sind Herstelleraussagen, keine gesetzlich definierten Kategorien. Sie müssen wahr und belegbar sein, doch die konkreteste Information bleibt die INCI-Liste auf der Rückseite. Dieser Ratgeber erklärt, wie man sie liest; Fragen zur Haut oder Gesundheit Ihres Kindes gehören in die Kinderarztpraxis oder Apotheke.

Duft und kurze Listen

Viele Babyprodukte sind parfümfrei oder nur leicht beduftet. Um das zu prüfen, suchen Sie nach Parfum (oder Fragrance), nach ätherischen Ölen unter ihren botanischen Namen und nach Duftstoff-Allergenen wie Linalool, Limonene oder Geraniol am Ende der Liste. Ein Produkt ohne diese Angaben ist ein guter Ausgangspunkt, wenn Sie Duft vermeiden möchten.

Eine kurze Liste macht es leichter zu sehen, was man aufträgt, und Produkte zu vergleichen – automatisch sicherer als eine längere ist sie aber nicht. Entscheidend ist, welche Inhaltsstoffe verwendet werden und wie das Produkt bewertet wurde, nicht nur die Anzahl der Namen.

Babywaschgel, Shampoo und Feuchttücher

Reinigungsprodukte für Kinder setzen meist auf milde Tenside. Typische Namen sind Coco-Glucoside, Decyl Glucoside, Lauryl Glucoside, Cocamidopropyl Betaine, Sodium Cocoamphoacetate und Sodium Cocoyl Isethionate, oft kombiniert mit Glycerin. Manche Produkte enthalten auch Sodium Laureth Sulfate in einer milderen Mischung; allein dadurch ist ein Produkt nicht ungeeignet, doch wer es meiden möchte, findet es in der Liste.

„Keine Tränen“ beschreibt, wie die Formel für den Augenkontakt entwickelt und getestet wurde, nicht die Garantie, dass sie nie brennt. Feuchttücher bestehen vor allem aus Wasser mit einem milden Reinigungsmittel, einem Feuchthaltemittel und Konservierungsmitteln; da sie ohne Abspülen auf der Haut bleiben, lohnt es sich, ihre Liste so genau zu lesen wie die einer Creme.

Wundschutzcremes und Barriereprodukte

Produkte für den Windelbereich bilden meist eine Schutzschicht auf der Haut. Der klassische Inhaltsstoff ist Zinc Oxide (Zinkoxid), oft kombiniert mit Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Lanolin oder Pflanzenbuttern sowie beruhigenden Stoffen wie Panthenol, Bisabolol, Allantoin oder Calendula Officinalis Flower Extract. Wird Zinkoxid in Nanoform verwendet, muss die Liste „Zinc Oxide (nano)“ zeigen.

Nach EU-Recht dürfen Propylparaben und Butylparaben nicht in auf der Haut verbleibenden Produkten für den Windelbereich von Kindern unter drei Jahren verwendet werden. Beachten Sie auch, dass manche Wundschutzcremes Arzneimittel und keine Kosmetika sind: Sie haben eine Packungsbeilage und eine Wirkstoffangabe statt einer reinen INCI-Liste. Wenn sich ein wunder Po nicht bessert oder die Haut entzündet aussieht, fragen Sie in der Apotheke oder ärztlich nach.

Warnhinweise, die das Alter betreffen

Für einige Inhaltsstoffe sind Warnhinweise vorgeschrieben. Produkte mit Salicylic Acid, außer Shampoos, müssen angeben, dass sie nicht bei Kindern unter drei Jahren anzuwenden sind. Puder auf Basis von Talc für Kinder unter drei Jahren müssen darauf hinweisen, den Puder von Nase und Mund des Kindes fernzuhalten. Haarfarben weisen darauf hin, dass sie nicht für Personen unter 16 Jahren bestimmt sind.

Auf kleinen Verpackungen übersieht man solche Hinweise leicht. Lesen Sie daher das Rückenetikett jedes Produkts, das Sie bei einem Kind verwenden – auch bei Produkten für Erwachsene. Eine Erwachsenencreme ist nicht automatisch ungeeignet für ein Kind, aber man kann nicht davon ausgehen, dass sie mit Blick auf Kinder bewertet wurde.

Sonnenschutz und Spielschminke

Kindersonnenschutz verwendet dieselbe Liste zugelassener UV-Filter wie Produkte für Erwachsene. Viele sind parfümfrei und basieren auf mineralischen Filtern wie Zinc Oxide oder Titanium Dioxide, es kommen aber auch organische Filter vor. Achten Sie eher auf LSF, UVA-Logo und Wasserfestigkeit als auf das Wort „Kids“. Gesundheitsbehörden empfehlen in der Regel, Babys nicht der direkten Sonne auszusetzen; zum Sonnenschutz bei Säuglingen fragen Sie Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt.

Kinderschminke, Gesichtsfarben und Nagellacke für Kinder, die als Kosmetika verkauft werden, müssen ebenfalls die Kosmetikvorschriften erfüllen, einschließlich vollständiger INCI-Liste und zugelassener Farbstoffe (als CI-Nummern angegeben). Fehlen die Liste oder die Anschrift einer verantwortlichen Person in der EU, ist Vorsicht angebracht.

Was das Etikett nicht verrät

Die INCI-Liste zeigt, was in einem Produkt steckt, aber nicht die Mengen der einzelnen Stoffe, wie die Sicherheitsbewertung durchgeführt wurde oder für welches Alter das Produkt gedacht ist – sofern das Etikett es nicht angibt. Aussagen wie „natürlich“, „bio“ oder „von Kinderärzten empfohlen“ sind Formulierungen der Marke und lassen sich an der Liste nicht überprüfen.

Kinderhaut ist, wie die von Erwachsenen, sehr unterschiedlich. Hat Ihr Kind Neurodermitis, häufig Ausschläge oder eine bekannte Allergie, kann Ihnen die Kinderarztpraxis, eine Hautärztin oder ein Hautarzt oder die Apotheke sagen, welche Produkte und Inhaltsstoffe geeignet sind.

Quellen