Ratgeber Inhaltsstoffe

Curly-Girl-Methode: Silikone, Sulfate und wie man Haarpflege-Etiketten liest

Die Curly-Girl-Methode hat ihre Liste von Inhaltsstoffen, die man meiden soll: Sulfate, Silikone, austrocknende Alkohole. Wie diese Gruppen in der INCI-Liste aussehen, warum Locken-Routinen vorsichtig mit ihnen umgehen und wo die Regeln einfacher – oder komplizierter – sind, als sie scheinen.

Aktualisiert: 31. Oktober 2026 · Geprüft von: Kamil Pyziak

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Was die Curly-Girl-Methode ist

Die Curly-Girl-Methode ist ein Pflegeansatz, den die Stylistin Lorraine Massey mit ihrem Buch „Curly Girl: The Handbook“ bekannt gemacht hat. Die Grundidee: Lockiges und welliges Haar ist meist trockener und empfindlicher als glattes, daher sollte die Pflege auf sanfte Reinigung, reichlich Conditioner und den Verzicht auf Stoffe setzen, die das Haar stark entfetten oder beschweren.

Es handelt sich um eine praktische Routine, nicht um einen wissenschaftlichen Standard, und die Listen „erlaubter“ und „nicht erlaubter“ Inhaltsstoffe unterscheiden sich je nach Community und App. Trotzdem ist die Methode ein guter Anlass, Haarpflege-Etiketten lesen zu lernen – die besprochenen Stoffgruppen sind leicht zu erkennen, wenn man die Namen kennt.

Sulfate und andere Tenside

Die Methode verzichtet in der Regel auf Sulfat-Tenside, die Fett und Schmutz wirksam entfernen und lockiges Haar trocken wirken lassen können. Typische INCI-Namen sind Sodium Lauryl Sulfate, Sodium Laureth Sulfate, Ammonium Lauryl Sulfate und Ammonium Laureth Sulfate. Viele behandeln auch Sodium C14-16 Olefin Sulfonate ähnlich: Es ist kein Sulfat, aber ein starkes Tensid.

Mildere Alternativen in sogenannten Low-Poo-Shampoos sind etwa Cocamidopropyl Betaine, Coco-Glucoside, Decyl Glucoside, Sodium Cocoyl Isethionate und Disodium Laureth Sulfosuccinate. Manche Routinen setzen auch auf Co-Washing, also Waschen mit einem reinigenden Conditioner. Wie stark ein Shampoo reinigt, hängt von der ganzen Rezeptur ab, nicht nur davon, ob ein Sulfat enthalten ist.

Silikone: welche und warum

Silikone wie Dimethicone, Amodimethicone oder Dimethiconol bilden einen glatten Film auf dem Haar, verringern die Reibung und sorgen für Glanz. Die Methode befürchtet, dass manche Silikone sich mit milden, sulfatfreien Reinigern nicht leicht auswaschen lassen und sich mit der Zeit ablagern, sodass das Haar beschwert wirkt.

Deshalb unterscheiden viele Locken-Routinen zwischen Silikonen. Wasserlösliche Silikone, oft mit „PEG“ oder „PPG“ im Namen wie PEG-12 Dimethicone, gelten als leichter auswaschbar. Flüchtige Silikone wie Cyclopentasiloxane verdunsten nach dem Auftragen. Amodimethicone ist umstritten: Es lagert sich bevorzugt an geschädigten Stellen an, und die Meinungen, wie leicht es sich auswaschen lässt, gehen auseinander. In der Praxis hängen Ablagerungen vom Produkt, der Menge und der Waschroutine ab.

Alkohole, Conditioner und weitere Inhaltsstoffe

Curly-Routinen meiden oft austrocknende, flüchtige Alkohole wie Alcohol Denat. oder Isopropyl Alcohol weit vorne in Leave-in-Produkten. Fettalkohole sind etwas anderes: Cetyl Alcohol, Cetearyl Alcohol und Behenyl Alcohol sind wachsartige, pflegende Stoffe, die in Conditionern Standard und mit der Methode vereinbar sind.

Typische pflegende Inhaltsstoffe sind kationische Tenside wie Behentrimonium Chloride oder Cetrimonium Chloride, konditionierende Polymere wie Polyquaternium-10 oder Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride, Feuchthaltemittel wie Glycerin, Pflanzenöle und -butter sowie Proteine wie Hydrolyzed Wheat Protein. Stylinggele enthalten meist filmbildende Polymere, die den Locken Halt geben. Wachse und Mineralöle werden in manchen Varianten der Methode wegen möglicher Ablagerungen gemieden.

So prüfen Sie ein Etikett in der Praxis

Lesen Sie die ganze INCI-Liste, statt sich auf einen „CG-geeignet“-Aufkleber zu verlassen. Beim Shampoo zählen die ersten Stoffe nach Aqua: Dort stehen die Haupttenside. In Conditionern und Stylingprodukten achten Sie auf Namen mit den Endungen „-cone“, „-conol“ oder „-xane“, die meist auf Silikone hinweisen, und prüfen Sie, ob diese wasserlöslich oder flüchtig sind.

Ein Inhaltsstoff-Checker oder die Stoffseiten auf INCIMondo helfen bei unbekannten Namen. Bedenken Sie, dass die Methode ein Rahmen ist: Viele passen sie an, und was funktioniert, hängt von Haartyp, Porosität, Wasserhärte und persönlichen Vorlieben ab.

Was das Etikett nicht verrät

Die INCI-Liste zeigt weder Konzentrationen noch, wie sich ein Produkt auf Ihrem Haar verhält. Wenig Silikon in einer reichhaltigen Spülung kann sich anders verhalten als ein silikonbasiertes Serum, und zwei sulfatfreie Shampoos können sich völlig unterschiedlich anfühlen. Ob sich auf Ihrem Haar tatsächlich etwas ablagert, verrät die Liste ebenfalls nicht.

Bemerken Sie ungewöhnlichen Haarausfall, eine gereizte Kopfhaut oder Schuppen, die nicht besser werden, ist das eine Frage für die Apotheke, eine Ärztin bzw. einen Arzt oder eine Dermatologin bzw. einen Dermatologen – nicht für eine Inhaltsstoffliste.

Quellen