Ratgeber Inhaltsstoffe

Deo oder Antitranspirant: Aluminiumsalze, ihre Wirkung und die Alternativen

Deodorants bekämpfen Geruch, Antitranspirantien reduzieren das Schwitzen. Wie man beide in der INCI-Liste unterscheidet, was Aluminiumsalze tun, was die EU-Sicherheitsbewertung sagt und womit „aluminiumfreie“ Produkte arbeiten.

Aktualisiert: 31. Oktober 2026 · Geprüft von: Kamil Pyziak

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Zwei verschiedene Aufgaben

Schweiß selbst ist nahezu geruchlos. Achselgeruch entsteht, wenn Bakterien auf der Haut Bestandteile des Schweißes abbauen – vor allem aus den apokrinen Drüsen, die in der Pubertät aktiv werden. Daraus ergeben sich zwei Ansätze: den Geruch verringern oder den Schweiß.

Ein Deodorant wirkt gegen Geruch: Es überdeckt ihn mit Duft, bremst Bakterien oder die geruchsbildenden Prozesse oder bindet Geruchsmoleküle. Ein Antitranspirant verringert die Schweißmenge, die an die Hautoberfläche gelangt. Die meisten Antitranspirantien enthalten zusätzlich desodorierende Stoffe, daher steht oft „Antitranspirant-Deo“ auf der Packung. In der EU sind beide kosmetische Mittel.

Wie Aluminiumsalze das Schwitzen verringern

Antitranspirantien setzen auf Aluminiumsalze. Sie lösen sich im Schweiß und bilden nahe der Ausgänge der Schweißdrüsen einen gelartigen Pfropf, der den Schweißfluss vorübergehend verringert. Die Wirkung lässt nach, wenn sich die Haut erneuert und die Pfropfen ausgewaschen werden. In INCI-Listen – mit amerikanischer Schreibweise „aluminum“ – stehen etwa Aluminum Chlorohydrate, Aluminum Sesquichlorohydrate, Aluminum Zirconium Tetrachlorohydrex GLY oder Aluminum Chloride.

Aluminium-Zirkonium-Komplexe stehen in Anhang III der EU-Kosmetikverordnung, mit Höchstkonzentrationen und dem Pflichthinweis, sie nicht auf gereizter oder verletzter Haut anzuwenden. Aluminiumsalze können auf frisch rasierter oder verletzter Haut brennen und werden häufig mit gelblichen Flecken auf Kleidung in Verbindung gebracht.

Was die Wissenschaft zu Aluminium sagt

Aluminium in Antitranspirantien wird seit Jahren diskutiert, unter anderem wegen vermuteter Zusammenhänge mit Brustkrebs und Alzheimer. Wissenschaftliche und gesundheitliche Institutionen haben nicht festgestellt, dass Antitranspirantien diese Krankheiten verursachen. 2020 kam der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) zu dem Schluss, dass Aluminiumverbindungen in Antitranspirantien, Zahnpasta und Lippenstiften in den bewerteten Konzentrationen sicher sind – unter Berücksichtigung weiterer Aufnahmequellen wie Lebensmittel.

Bei konkreten gesundheitlichen Sorgen, Nierenerkrankungen oder Fragen zu einer Diagnose sprechen Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt. Starkes Schwitzen, das den Alltag beeinträchtigt (Hyperhidrose), ist ein medizinisches Thema; ärztlich lassen sich die Möglichkeiten klären.

Deo-Inhaltsstoffe ohne Aluminium

Aluminiumfreie Deos kombinieren mehrere Ansätze. Parfüm (Parfum) und ätherische Öle überdecken Geruch. Alcohol Denat. und einige andere Stoffe wirken antimikrobiell. Triethyl Citrate wird eingesetzt, weil es Enzyme hemmt, die an der Geruchsbildung beteiligt sind; Zinc Ricinoleate bindet Geruchsmoleküle. Eine desodorierende Funktion haben auch Ethylhexylglycerin, Farnesol und Caprylyl Glycol.

Puder und saugfähige Stoffe wie Zea Mays Starch, Silica oder Kaolin können ein trockeneres Hautgefühl geben, ohne den Schweiß zu blockieren. Sodium Bicarbonate (Natron) und Magnesium Hydroxide sind in „natürlichen“ Deos beliebt; Natron ist alkalisch und wird von manchen als reizend empfunden, besonders auf frisch rasierter Haut.

Alaunsteine und „aluminiumfrei“

Deokristalle bzw. Alaunsteine bestehen meist aus Potassium Alum oder Ammonium Alum – ebenfalls Aluminiumsalze. Sie werden vor allem als adstringierend und desodorierend beschrieben und sind als Antitranspirantien weniger untersucht als Aluminiumchlorohydrat. Ob ein Produkt mit Alaun als „aluminiumfrei“ bezeichnet werden darf, ist umstritten; die INCI-Liste zeigt, was tatsächlich enthalten ist.

Beachten Sie auch: „0 % Aluminiumsalze“ oder „ohne Aluminium“ auf der Packung bezieht sich auf antitranspirante Wirkstoffe. Aluminiumhaltige Stoffe mit anderen Funktionen, etwa bestimmte Pigmente oder Alumina, können in anderen Produkten vorkommen – verlässlich ist nur der Blick auf die vollständige Liste.

Was das Etikett nicht verrät

Die INCI-Liste zeigt weder die Konzentration der Aluminiumsalze noch die Wirksamkeit eines Antitranspirants; Angaben wie „48 h“ oder „72 h Schutz“ sind Werbeaussagen auf Basis von Herstellertests. Sie sagt auch nicht, wie Ihre Haut und Ihr Schweiß reagieren.

Reizt ein Deo, kann der Auslöser Parfüm, Alkohol, Natron oder das Aluminiumsalz selbst sein. Ein Vergleich der vollständigen Listen gut und schlecht vertragener Produkte hilft; anhaltende Reaktionen kann eine Hautärztin oder ein Hautarzt abklären.

Quellen