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Enzympeeling und mechanische Peelings: Papain, Bromelain und Peelingkörper nach dem Mikroperlen-Verbot

Neben Säuren gibt es zwei weitere Wege, abgestorbene Hautzellen zu entfernen: Enzyme, die sie lösen, und Partikel, die sie abreiben. Was Papain, Bromelain und Subtilisin tun, welche Peelingkörper Plastik-Mikroperlen ersetzt haben und wie man beides in der INCI-Liste erkennt.

Aktualisiert: 31. Oktober 2026 · Geprüft von: Kamil Pyziak

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Drei Wege zum Peeling

Peeling bedeutet, der Haut beim Abstoßen abgestorbener Zellen an der Oberfläche zu helfen. Kosmetik tut das auf drei Arten: chemisch mit Säuren wie AHA, BHA und PHA, enzymatisch mit proteolytischen (eiweißspaltenden) Enzymen und mechanisch mit Partikeln oder Hilfsmitteln, die Zellen abreiben. Säuren behandelt ein eigener Ratgeber; hier geht es um Enzyme und Peelingkörper.

Enzyme und mechanische Peelings werden oft als sanftere oder „natürlichere“ Alternative zu Säuren beworben. Ob ein Produkt mild ist, hängt aber von Rezeptur, Konzentration sowie davon ab, wie oft und wie kräftig man es anwendet – nicht allein von der Kategorie.

Papain, Bromelain und Subtilisin

Papain stammt aus der Papaya (Carica papaya), Bromelain aus der Ananas. Beide sind Proteasen, also eiweißspaltende Enzyme. Auf der Haut sollen sie die eiweißhaltigen Verbindungen zwischen abgestorbenen Zellen lockern, sodass die Oberfläche glatter wirkt. Subtilisin ist eine Protease aus Bakterien der Gattung Bacillus und wird in Kosmetik und in großem Umfang auch in Waschmitteln eingesetzt.

In der INCI-Liste stehen Papain, Bromelain, Subtilisin oder allgemein Protease. Vorsicht bei Fruchtextrakten: Carica Papaya Fruit Extract oder Ananas Sativus Fruit Extract können eine gewisse Enzymaktivität haben, ein Extrakt ist aber kein gereinigtes, standardisiertes Enzym – und das Etikett sagt nicht, wie aktiv er ist.

Enzympeelings in der Praxis

Enzyme sind Proteine und damit empfindlich gegenüber Wärme, pH-Wert und Wasser. Deshalb werden sie oft als Pulver verkauft – etwa als Enzym-Reinigungspuder –, die erst kurz vor der Anwendung mit Wasser aktiviert werden, oder in Rezepturen, die ihre Aktivität schützen. Ein schlecht oder zu lange gelagertes Produkt kann schlicht wirkungslos werden.

Weil Enzyme Proteine sind, können sie sensibilisieren; das Einatmen von Enzymstaub ist ein bekanntes Thema in Betrieben, die damit arbeiten. Für Verbraucher heißt das vor allem: Puderprodukte nach Anleitung verwenden, keine Staubwolken erzeugen und die Anwendung beenden, wenn die Haut reagiert.

Mechanische Peelings: was die Plastik-Mikroperlen ersetzt hat

Viele Gesichts- und Körperpeelings setzten jahrelang auf Mikroperlen aus Kunststoff, oft Polyethylene. Im Rahmen der EU-Beschränkung für absichtlich zugesetztes Mikroplastik (Verordnung (EU) 2023/2055) waren synthetische Polymermikropartikel, die als Mikroperlen in abzuspülenden Produkten zum Peeling oder zur Reinigung dienen, die erste verbotene Gruppe – ab dem 17. Oktober 2023. Die umfassendere Beschränkung erklärt unser Ratgeber zu Mikroplastik.

Heute finden sich stattdessen natürliche oder mineralische Partikel: Juglans Regia Shell Powder (Walnussschale), Prunus Armeniaca Seed Powder (Aprikosenkern), Oryza Sativa Powder (Reis), Coffea Arabica Seed Powder (Kaffee), Sucrose (Zucker), Sodium Chloride (Salz), Pumice (Bimsstein), Hydrated Silica oder Silica sowie Cellulose. Jojoba Esters werden oft als kleine, runde, wachsartige Perlen geliefert, die auf der Haut schmelzen oder weich werden.

Sanft oder rau: worauf es ankommt

Bei mechanischen Peelings zählen Größe, Form und Härte der Partikel. Runde Perlen und feine, weiche Teilchen gelten meist als sanfter als unregelmäßige, scharfkantige Bruchstücke gemahlener Schalen oder Kerne. Zucker und Salz lösen sich beim Einmassieren auf, was die Reibzeit begrenzt. Druck und Häufigkeit sind ebenso wichtig wie der Inhaltsstoff: Tägliches kräftiges Rubbeln kann auch ein mildes Produkt reizend machen.

Wer mehrere Peelingprodukte kombiniert – Enzympuder, Säuretonikum und körniges Peeling –, erhöht das Reizrisiko. Auf gereizter, sonnenverbrannter oder verletzter Haut wird ein Peeling im Allgemeinen nicht empfohlen. Bei Hauterkrankungen wie Akne, Rosazea oder Neurodermitis sollte man hautärztlich klären, ob und welche Art von Peeling geeignet ist.

Was das Etikett nicht verrät

Die INCI-Liste verrät weder die Aktivität eines Enzyms noch, ob es bei der Anwendung noch aktiv ist, noch Größe, Form und Härte der Peelingkörper. Zwei Produkte mit Juglans Regia Shell Powder können sich je nach Mahlgrad völlig unterschiedlich anfühlen.

Begriffe wie „sanft“, „Enzympeeling“ oder „Mikro-Peeling“ sind Werbebeschreibungen. Ein neues Peeling zuerst an einer kleinen Stelle testen, die Angaben zur Häufigkeit beachten und daran denken, dass gepeelte Haut empfindlicher auf Sonne reagieren kann.

Quellen