Sheabutter, Kakaobutter und andere Pflanzenbutter: so erkennen Sie sie in der INCI-Liste
Pflanzenbutter sind Fette, die bei Raumtemperatur fest bleiben. Wie man Shea, Kakao, Mango und andere Buttern an ihren lateinischen INCI-Namen erkennt, was sie in einer Rezeptur leisten und welche „Buttern“ eigentlich Mischungen sind.
Aktualisiert: 31. Oktober 2026 · Geprüft von: Kamil Pyziak
Was eine Butter zur Butter macht
In der Kosmetik ist eine Pflanzenbutter ein pflanzliches Fett, das bei Raumtemperatur fest oder halbfest ist. Wie flüssige Öle besteht sie überwiegend aus Triglyceriden, enthält aber mehr gesättigte Fettsäuren, vor allem Stearin- und Palmitinsäure, die den Schmelzpunkt anheben. Kokos ist ein Grenzfall: im kühlen Raum fest, an warmen Tagen flüssig – sein INCI-Name lautet Cocos Nucifera Oil.
Auf der Haut wirken Buttern als Emollients und teilweise okklusiv: Sie machen sie weich und glatt und hinterlassen einen Film, der den Wasserverlust bremst. In der Rezeptur geben sie Körper und Reichhaltigkeit – man findet sie in Body Butter, Lippenpflege, Handcremes, Massagebars, Haarkuren und Make-up.
Sheabutter: Butyrospermum Parkii Butter
Sheabutter (Karité) stammt aus den Nüssen des Sheabaums aus West- und Zentralafrika. Botaniker nennen ihn heute meist Vitellaria paradoxa, der INCI-Name behält aber die ältere Bezeichnung: Butyrospermum Parkii Butter. Shea ist weich, schmilzt bei Hautkontakt leicht und hat einen relativ hohen unverseifbaren Anteil – Stoffe, die keine Fettsäuren sind, etwa Triterpenester. Dieser Anteil wird auch separat als Butyrospermum Parkii Butter Unsaponifiables angeboten.
Unraffinierte Shea ist elfenbeinfarben bis gelblich und riecht nussig oder rauchig, raffinierte ist weißer und fast geruchlos. Wird Shea geschmolzen und langsam abgekühlt, kann sie körnig werden, weil ihre Fette in verschiedenen Formen kristallisieren – ein Texturthema, kein Verderb. Die flüssige Fraktion heißt Butyrospermum Parkii Oil; verarbeitete Formen sind etwa Hydrogenated Shea Butter oder ethoxylierte Derivate wie PEG-75 Shea Butter Glycerides.
Kakaobutter und ihre Verwandten
Kakaobutter, Theobroma Cacao Seed Butter, wird aus Kakaobohnen gepresst. Bei Raumtemperatur ist sie hart und spröde, schmilzt aber nahe der Körpertemperatur – ein Klassiker in Lippenbalsamen, Massagebars und festen Lotionen. Unraffiniert duftet sie nach Schokolade, desodoriert ist sie neutral.
Cupuaçubutter, Theobroma Grandiflorum Seed Butter, stammt von einem nahen Verwandten des Kakaos; sie ist weicher und für ihr Wasserbindevermögen bekannt. Als Alternativen zur Kakaobutter dienen außerdem Illipe (Shorea Stenoptera Seed Butter), Sal (Shorea Robusta Seed Butter) und Kokum (Garcinia Indica Seed Butter) – fest und recht geruchsneutral.
Mango, Murumuru und weitere Buttern
Mangobutter, Mangifera Indica Seed Butter, wird aus Mangokernen gewonnen. Sie ist weicher als Kakaobutter, kaum riechend und fühlt sich leichter an als Shea, weshalb sie in Körperpflege beliebt ist. Murumurubutter, Astrocaryum Murumuru Seed Butter, aus einer Amazonas-Palme, ist reich an Laurin- und Myristinsäure, ähnlich wie Kokos, und taucht vor allem in Haarpflege auf.
Das INCI-Muster ist immer gleich: lateinische Gattung und Art, Pflanzenteil (meist Seed oder Kernel) und das Wort Butter. Wer sich die Gattungsnamen merkt – Butyrospermum, Theobroma, Mangifera, Shorea, Astrocaryum, Garcinia –, findet Buttern auch in langen Listen schnell.
„Buttern“, die eigentlich Mischungen sind
Nicht alles, was als Butter verkauft wird, ist ein natürlich festes Fett. Bezeichnungen wie „Aloe-Butter“, „Avocado-Butter“ oder „Olivenbutter“ meinen oft ein flüssiges Öl, das mit gehärtetem Fett angedickt wurde. In der INCI-Liste sieht das etwa so aus: Persea Gratissima Oil und Hydrogenated Vegetable Oil. Bei der Hydrierung (Härtung) wird Wasserstoff an ungesättigte Fettsäuren angelagert; das Fett wird fester und stabiler.
Ebenso kann ein Produkt namens „Body Butter“ nur wenig echte Butter enthalten, dazu Emulgatoren, Wasser und andere Emollients. Der Name auf der Vorderseite ist Marketing; die INCI-Liste zeigt, was tatsächlich enthalten ist und ungefähr in welcher Reihenfolge.
Was das Etikett nicht verrät
Der INCI-Name sagt nicht, ob eine Butter roh oder raffiniert, desodoriert oder fraktioniert ist, wie sie gewonnen wurde oder ob sie aus fairem Handel bzw. biologischem Anbau stammt. Bio-Inhaltsstoffe werden meist mit Sternchen und Fußnote markiert – das ist eine Zertifizierungsangabe, kein Teil des INCI-Namens.
Buttern werden meist gut vertragen, doch reichhaltige Texturen passen nicht zu jeder Haut, und wie sich ein Produkt bei unreiner Haut verhält, hängt von der gesamten Rezeptur ab. Shea und einige andere Buttern stammen aus Nüssen oder Samen; wer eine Lebensmittelallergie hat, sollte ärztlich oder in der Apotheke klären, ob solche Produkte geeignet sind.

