Ratgeber Inhaltsstoffe

Silikone in Haar- und Hautpflege: Dimethicone, D4/D5/D6 und was „silikonfrei“ bedeutet

Wie Sie Silikone in der Inhaltsstoffliste erkennen, warum sie eingesetzt werden, was die EU-Beschränkung für die zyklischen Silikone D4, D5 und D6 umfasst und wie man „silikonfrei“-Aussagen liest.

Aktualisiert: 31. Oktober 2026 · Geprüft von: Kamil Pyziak

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Was Silikone sind

Silikone sind synthetische Polymere mit einem Gerüst aus Silizium und Sauerstoff. In Kosmetika sorgen sie für Gleitfähigkeit, Glätte und Glanz, verringern Klebrigkeit und helfen anderen Inhaltsstoffen, sich zu verteilen. Man findet sie häufig in Haarspülungen, Seren, Primern, Foundations und Sonnenschutzmitteln.

Silikone verhalten sich sehr unterschiedlich: Manche sind schwer und langanhaltend, andere leicht und flüchtig, und einige sind so verändert, dass sie wasserlöslich sind oder an geschädigtem Haar haften.

So erkennen Sie sie auf dem Etikett

Die meisten Silikonnamen enden auf „-methicone“, „-siloxane“ oder „-silane“ oder enthalten „silicone“. Beispiele: Dimethicone, Dimethiconol, Amodimethicone, Phenyl Trimethicone, Cyclopentasiloxane, Cyclohexasiloxane und PEG-10 Dimethicone.

Namen mit PEG oder PPG wie PEG-10 Dimethicone sind Silikone, die sich leichter mit Wasser mischen. Amodimethicone ist ein modifiziertes Silikon, das von geschädigten Stellen im Haar angezogen wird – deshalb ist es in Spülungen beliebt.

Silikone in der Haarpflege

In Haarprodukten glätten Silikone die Schuppenschicht, verringern die Reibung beim Kämmen, bändigen Frizz und sorgen für Glanz. Hitzeschutzsprays setzen oft auf sie, um einen Film auf der Haaroberfläche zu bilden.

Häufige Sorge ist eine Ablagerung (Build-up). Wasserlösliche oder flüchtige Silikone lagern sich selten ab, schwerere schon eher – besonders bei feinem Haar und milden Reinigern. Ob das zum Problem wird, hängt von Ihrem Haar, Ihrer Routine und Ihrem Shampoo ab.

Silikone in Hautpflege und Make-up

In Cremes und Make-up sorgen Silikone für ein seidiges, pudriges Finish, lassen Foundations besser gleiten und machen Sonnenschutzmittel weniger fettig. Dimethicone bildet zudem einen leichten Schutzfilm und ist in CosIng mit hautschützenden Funktionen gelistet.

Silikone sind in der Regel gut verträglich. Ob sich ein Produkt schwer anfühlt oder Poren verstopft, hängt von der gesamten Formel ab, nicht allein von Silikonen.

Die EU-Beschränkung für D4, D5 und D6

Die zyklischen Silikone Octamethylcyclotetrasiloxan (D4), Decamethylcyclopentasiloxan (D5) und Dodecamethylcyclohexasiloxan (D6) sind in der EU aus Umweltgründen beschränkt: Sie sind langlebig und können sich in der Umwelt anreichern. D4 und D5 waren bereits in abwaschbaren Produkten beschränkt; die Verordnung (EU) 2024/1328 der Kommission hat die Beschränkung mit Übergangsfristen auf Leave-on-Kosmetik und andere Produkte ausgeweitet.

Auf Kosmetiketiketten erscheint D5 als Cyclopentasiloxane und D6 als Cyclohexasiloxane; Cyclomethicone ist ein Gemisch zyklischer Silikone. Lineare Silikone wie Dimethicone fallen nicht unter diese Beschränkung. Den genauen Umfang und die Fristen finden Sie im Abschnitt „EU-Recht“ der Inhaltsstoffseiten.

Was „silikonfrei“ bedeutet

„Silikonfrei“ bedeutet meist, dass kein Inhaltsstoff aus der Silikonfamilie in der Formel steckt. Solche Produkte ersetzen Silikone durch Pflanzenöle, Ester (zum Beispiel Coco-Caprylate/Caprate), Fettalkohole oder natürliche Polymere. Sie sind nicht automatisch besser oder schlechter – sie verhalten sich nur anders.

Wenn Sie eine Aussage selbst prüfen möchten, suchen Sie in der INCI-Liste nach „-methicone“, „-siloxane“ und „-silane“. Unser Analysator zeigt Silikone mit ihren Funktionen an, sodass das schnell geht.

Was das Etikett nicht verrät

Die Liste zeigt, welche Silikone enthalten sind, aber weder wie viel davon noch wie sie sich auf Ihrem Haar oder Ihrer Haut verhalten. Zwei Produkte mit Dimethicone können sich völlig unterschiedlich anfühlen. Urteilen Sie nach Ihrer eigenen Erfahrung und sehen Sie „mit Silikonen“ oder „silikonfrei“ als Information über den Stil der Formel, nicht als Qualitätsurteil.

Quellen