Squalan oder Squalen: Was ist der Unterschied in der Hautpflege?
Nur ein Buchstabe trennt sie, und sie werden oft verwechselt: Squalen ist ein natürlicher, aber leicht oxidierender Bestandteil des Hautfetts, Squalan seine stabile, hydrierte Form. So unterscheiden Sie beide in der INCI-Liste – und so kann ihre Herkunft aussehen.
Aktualisiert: 31. Oktober 2026 · Geprüft von: Kamil Pyziak
Ein Buchstabe, zwei Inhaltsstoffe
Squalen und Squalan klingen fast gleich und sind eng verwandt, verhalten sich im Tiegel aber unterschiedlich. Beide sind Kohlenwasserstoffe – Moleküle nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff – mit demselben Grundgerüst aus 30 Kohlenstoffatomen. Der Unterschied liegt in den Doppelbindungen.
Squalene (mit „e“) besitzt sechs Doppelbindungen und ist dadurch reaktiv und oxidationsanfällig. Squalane (mit „a“) ist die hydrierte Form: An die Doppelbindungen wurde Wasserstoff angelagert, übrig bleibt ein gesättigtes, sehr stabiles Molekül. Genau deshalb steckt in den meisten Produkten Squalan.
Squalen: Teil des eigenen Hautfetts
Squalen kommt in vielen Lebewesen natürlich vor. Beim Menschen ist es ein charakteristischer Bestandteil des Talgs, den die Talgdrüsen bilden, und zugleich eine Zwischenstufe auf dem Weg zum Cholesterin. Außerhalb des Körpers ist Haifischleberöl besonders reich daran; kleinere Mengen enthalten Pflanzenöle wie Olivenöl oder Amaranthsamenöl.
Wegen seiner Doppelbindungen reagiert Squalen mit Sauerstoff und UV-Licht. Oxidiertes Squalen wurde im Zusammenhang mit Hautreizungen und unreiner Haut untersucht. Diese Studien betreffen vor allem den Talg auf der Haut und nicht kosmetische Rohstoffe – sie erklären aber, warum Formulierer Squalen selten pur einsetzen.
Squalan: die stabile Variante
Squalan ist ein klares, praktisch geruchloses, leichtes Öl, das kaum ranzig wird. Es verteilt sich gut, zieht schnell ein und hinterlässt ein geschmeidiges statt fettiges Hautgefühl. Deshalb findet man es in Gesichtsölen, Seren, Cremes, Lippenpflege, Make-up und Haarprodukten. In CosIng ist es vor allem als Emollient und hautpflegender Stoff gelistet.
Seine Stabilität macht es außerdem zu einem guten Träger für fettlösliche Wirkstoffe und zur Basis von „Ein-Zutaten-Ölen“ mit 100 % Squalan. Da es kein Triglycerid wie die meisten Pflanzenöle ist, erinnert es im Hautgefühl eher an einen leichten Ester oder ein Silikon, obwohl es sich chemisch von beiden unterscheidet.
Woher Squalan stammt
Früher wurde Squalan aus Haifischleberöl gewonnen. Heute wird kosmetisches Squalan überwiegend als pflanzlich beschrieben: Ein verbreiteter Weg beginnt bei Nebenprodukten der Olivenölraffination, ein anderer bei Zuckerrohr – dort entsteht eine Vorstufe durch Fermentation, die anschließend zu Squalan umgewandelt wird. Kleinere Mengen stammen aus anderen Pflanzen wie Amaranth.
Das fertige Molekül ist unabhängig von der Quelle identisch, und der INCI-Name lautet immer schlicht Squalane. Angaben wie „pflanzlich“, „aus Oliven“ oder „aus Zuckerrohr“ stammen vom Hersteller und lassen sich in der Liste nicht überprüfen. Ist Ihnen die tierische Herkunft wichtig, achten Sie auf eine klare Aussage der Marke oder ein Vegan-Siegel.
So lesen Sie die INCI-Liste
Bei einem reinen Squalan-Öl steht in der Liste nur Squalane, manchmal ergänzt um ein Antioxidans wie Tocopherol. In Cremes steht Squalan meist zwischen anderen Emollients – etwa Caprylic/Capric Triglyceride, Simmondsia Chinensis Seed Oil (Jojoba), Dimethicone oder Cetearyl Alcohol –, und seine Position zeigt ungefähr, welchen Anteil es an der Ölphase hat.
Squalen mit „e“ taucht deutlich seltener auf, meist in geringer Menge und durch Antioxidantien geschützt. Olivenöl (Olea Europaea Fruit Oil) enthält von Natur aus etwas Squalen, das aber nicht separat aufgeführt wird, weil es Bestandteil des Öls ist.
Für wen es passt
Squalan gilt allgemein als gut verträglich und wird oft als leichter Emollient für viele Hauttypen empfohlen, auch für Haut, die schwere Öle nicht mag. Ob ein bestimmtes Produkt zu unreiner Haut passt, hängt trotzdem von der gesamten Formel und vom Menschen ab – kein Öl passt allen.
Squalan ist ein kosmetischer Pflegestoff und keine Behandlung. Bei anhaltender Trockenheit, Neurodermitis oder anderen Hauterkrankungen fragen Sie in der Apotheke oder ärztlich nach, welche Produkte geeignet sind.
Was das Etikett nicht verrät
Der INCI-Name sagt nichts über die Herkunft des Squalans (Hai, Olive, Zuckerrohr oder eine andere Pflanze), seine Reinheit oder die Verarbeitung. Auch die Menge in einer Creme verrät er nicht – abgesehen vom groben Hinweis durch die Position in der Liste.
Achten Sie auf die Schreibweise: „Squalane“ und „Squalene“ sind nicht austauschbar. Widersprechen sich Produktbeschreibung und INCI-Liste, gilt die INCI-Liste – sie ist die gesetzlich vorgeschriebene Deklaration.

