Ratgeber Inhaltsstoffe

UV-Filter in Sonnencreme: mineralisch oder chemisch, LSF und UVA-Logo erklärt

Wie Sie UV-Filter in der INCI-Liste erkennen, was mineralische von organischen Filtern unterscheidet und was LSF und UVA-Logo auf Sonnenschutzmitteln in der EU wirklich versprechen.

Aktualisiert: 31. Oktober 2026 · Geprüft von: Kamil Pyziak

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Was ein UV-Filter ist

Ein UV-Filter ist ein Inhaltsstoff, der die Menge an UV-Strahlung verringert, die die Haut erreicht. In der EU dürfen nur Stoffe aus Anhang VI der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 als UV-Filter in Kosmetika verwendet werden – jeweils mit Höchstkonzentration und teils mit zusätzlichen Anwendungsbedingungen. Wirbt ein Produkt mit Sonnenschutz, muss dieser Schutz von diesen gelisteten Filtern stammen.

Auf dem Etikett stehen UV-Filter wie alle anderen Inhaltsstoffe unter ihrem INCI-Namen. Typische Beispiele sind Zinc Oxide, Titanium Dioxide, Butyl Methoxydibenzoylmethane (Avobenzon), Ethylhexyl Salicylate, Octocrylene, Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine und Ethylhexyl Triazone. Die meisten modernen Sonnenschutzmittel kombinieren mehrere Filter, weil kein einzelner Filter den gesamten UVB- und UVA-Bereich gut abdeckt.

Mineralische Filter

Mineralische (anorganische) Filter sind Zinc Oxide und Titanium Dioxide. Es sind unlösliche Partikel, die im Produkt und auf der Haut die UV-Strahlung vor allem absorbieren, zum Teil auch streuen und reflektieren. Sie werden oft für „mineralische“ Produkte, Produkte für empfindliche Haut und Kinderserien gewählt.

Ihr Nachteil ist kosmetischer Art: In wirksamer Menge können sie einen weißen oder gräulichen Film hinterlassen, und Formeln wirken oft dicker. Hersteller mildern das mit sehr kleinen Partikeln. Liegt ein Filter als Nanomaterial vor, verlangt das EU-Recht den Zusatz „[nano]“ nach dem Namen, etwa „Titanium Dioxide [nano]“. Titandioxid in Pulverform unterliegt zudem Einschränkungen wegen des Einatmens, weshalb es in Sprays und losen Pudern anders behandelt wird.

Organische Filter

Organische (chemische) Filter sind kohlenstoffbasierte Moleküle, die UV-Energie absorbieren. Jeder hat seinen eigenen Absorptionsbereich: Manche wirken vor allem im UVB-Bereich, etwa Ethylhexyl Salicylate oder Ethylhexyl Triazone, andere decken UVA ab, etwa Butyl Methoxydibenzoylmethane oder Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate, und einige neuere Breitbandfilter wie Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine decken beides ab.

Organische Filter ermöglichen leichte, transparente Texturen für den täglichen Gebrauch. Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) überprüft Filter regelmäßig, und einige Grenzwerte wurden in den letzten Jahren angepasst; die aktuellen Höchstkonzentrationen stehen in Anhang VI. „Organisch“ ist hier ein Chemiebegriff und hat nichts mit ökologischem Landbau zu tun.

Mineralisch oder organisch – was ist besser?

Keine Gruppe ist automatisch besser. Entscheidend ist, wie gut das fertige Produkt schützt – und das hängt von Kombination und Menge der Filter, der tragenden Formel und der tatsächlich aufgetragenen Produktmenge ab. Viele wirksame Sonnenschutzmittel mischen mineralische und organische Filter.

Wenn Sie auf einen bestimmten Filter reagieren, können Sie ihn anhand der INCI-Liste gezielt meiden. Bei Hauterkrankungen, in der Schwangerschaft oder beim Sonnenschutz für Babys fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke, welcher Typ passt.

Was der LSF bedeutet

Der LSF (Lichtschutzfaktor, englisch SPF) beschreibt den Schutz vor UVB-Strahlung, die vor allem für Sonnenbrand verantwortlich ist. Gemessen wird er im Labor mit einer Standardmenge von 2 mg Produkt pro Quadratzentimeter Haut. Im Alltag tragen die meisten Menschen deutlich weniger auf, daher ist der tatsächliche Schutz geringer als die Zahl auf der Flasche.

Die EU-Empfehlungen teilen den LSF in Kategorien ein: niedrig (6–10), mittel (15–25), hoch (30–50) und sehr hoch (50+). Über den UVA-Schutz sagt der LSF wenig aus – deshalb gibt es eine eigene UVA-Kennzeichnung.

Das UVA-Logo

In der EU bedeuten die Buchstaben „UVA“ im Kreis, dass der UVA-Schutz des Produkts mindestens ein Drittel des angegebenen LSF beträgt, wie von der Europäischen Kommission empfohlen. Es ist ein einfaches Zeichen dafür, dass der Schutz zwischen UVB und UVA ausgewogen ist – UVA trägt zur Hautalterung und zu weiteren Schäden bei.

Die INCI-Liste kann diese Kennzeichnung nicht ersetzen: Sie sehen, welche UVA-Filter enthalten sind, aber nicht wie viel davon, und können das Schutzniveau daher nicht selbst berechnen.

Was das Etikett nicht verrät

Die INCI-Liste zeigt, welche Filter ein Produkt enthält, aber weder ihre Konzentrationen noch ihre Stabilität in dieser Formel oder den Schutz bei Ihrer üblichen Auftragsmenge. Verlassen Sie sich auf den LSF-Wert und das UVA-Logo, tragen Sie großzügig auf, cremen Sie nach dem Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen nach und denken Sie daran: Sonnencreme ist nur ein Teil des Sonnenschutzes – neben Schatten und Kleidung.

Quellen