Ratgeber Inhaltsstoffe

Wimpern- und Augenbrauenseren: Was steckt drin?

Peptide, Pflegestoffe und Prostaglandin-Analoga – wie Sie sie auf dem Etikett erkennen und was die Sicherheitsbewertung der EU dazu sagt.

Aktualisiert: 31. Oktober 2026 · Geprüft von: Kamil Pyziak

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Drei Gruppen von Inhaltsstoffen

Wimpern- und Augenbrauenseren lassen sich meist einer von drei Gruppen zuordnen. Manche sind einfache Pflegeprodukte mit Feuchthaltemitteln und Vitaminen wie Panthenol, Glycerin oder Biotin. Andere basieren auf Peptiden – kurzen Aminosäureketten mit Namen wie Myristoyl Pentapeptide-17 oder Myristoyl Hexapeptide-16. Eine dritte Gruppe enthält Prostaglandin-Analoga, Stoffe, die chemisch mit Wirkstoffen mancher verschreibungspflichtiger Augentropfen verwandt sind.

Die INCI-Liste ist der schnellste Weg, um zu erkennen, zu welcher Gruppe ein Produkt gehört. Marketingnamen wie „Lash-Komplex“ oder „Wachstumsformel“ verraten nicht, welche Inhaltsstoffe die Arbeit leisten.

Peptide

Peptide stehen unter ihren INCI-Namen in der Liste, oft mit einer angehängten Fettsäure (Myristoyl, Palmitoyl), damit sie sich leichter verarbeiten lassen. Sie werden in der Regel in geringen Konzentrationen eingesetzt und stehen in der zweiten Hälfte der Liste.

Herstelleraussagen zu Peptiden beruhen meist auf eigenen Studien. Die Inhaltsstoffliste zeigt, dass ein Peptid enthalten ist, aber weder wie viel noch wie die Aussage geprüft wurde.

Prostaglandin-Analoga

Prostaglandin-Analoga erkennt man an Namen wie Isopropyl Cloprostenate, Methylamido-Dihydro-Noralfaprostal oder Ethyl Tafluprostamide. Verwandte Stoffe werden in Arzneimitteln gegen Glaukom eingesetzt, bei denen ein verändertes Wimpernwachstum als Nebenwirkung beobachtet wurde.

Aus Arzneimitteln ist bekannt, dass diese Stoffe Wirkungen wie Augenrötung, Reizungen, eine Verdunkelung der Lidhaut und in manchen Fällen Veränderungen der Irisfarbe verursachen können. Deshalb haben EU-Sicherheitsexperten ihre Verwendung in Kosmetika geprüft.

Was die EU-Sicherheitsbewertung sagt

Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) hat eine Stellungnahme zu Prostaglandin-Analoga in Wimpern- und Augenbrauenprodukten veröffentlicht. Der Ausschuss hat bestimmte Stoffe in bestimmten Konzentrationen bewertet und Schlussfolgerungen gezogen, welche Verwendungen er als sicher ansieht.

Eine SCCS-Stellungnahme ist wissenschaftliche Beratung, kein Gesetz. Grenzwerte für den Markt werden später in den Anhängen der Kosmetikverordnung festgelegt. Den aktuellen Wortlaut finden Sie in der Stellungnahme selbst (verlinkt auf den Inhaltsstoffseiten) und im Abschnitt „EU-Recht“ des jeweiligen Inhaltsstoffs.

Praktische Tipps

Tragen Sie ein Wimpernserum laut Anleitung nur am Ansatz der oberen Wimpern auf und vermeiden Sie, dass es ins Auge gelangt. Beenden Sie die Anwendung, wenn Sie Rötung, Juckreiz, Schwellung oder Verfärbungen der Haut um das Auge bemerken.

Wenn Sie eine Augenerkrankung haben, Kontaktlinsen tragen, schwanger sind oder stillen oder Augentropfen verwenden, fragen Sie vor der Anwendung eines Serums mit Prostaglandin-Analogon Ihre Augenärztin, Ihren Augenarzt oder die Apotheke.

Was das Etikett nicht verrät

Die INCI-Liste nennt keine Konzentrationen und kann daher nicht zeigen, ob ein Prostaglandin-Analogon in einer vom SCCS bewerteten Menge enthalten ist. Sie verrät auch nicht, wie lange es bis zu einer sichtbaren Wirkung dauert oder was nach dem Absetzen passiert.

Nutzen Sie den Inhaltsstoff-Check, um jeden Stoff zu bestimmen, und behandeln Sie Wachstumsversprechen mit derselben Vorsicht wie jede andere kosmetische Werbeaussage.

Quellen